OSV Hannover Chronik

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Historie des OSV Hannover
Der heutige OSV Hannover (Oststädter Sportverein von 1923 e.V.) ist ein hannoverscher Traditionsverein, der mit Hannover 96 und dem SV Arminia Hannover einst in der 2. Bundesliga spielte. Die Heimat des OSV ist Bothfeld, ein Stadtteil im Norden der Landeshauptstadt. Er liegt an der Langenforther Straße mit Zugang von der Carl-Loges-Str. Die Anlage besteht aus einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Zuschauern - mit einer Tribüne von 450 Sitz- und 7.000 Stehplätzen.

1923 Gründung: Die Fußballabteilung der dem Arbeitersport in Deutschland angehörenden Freien Turnerschaft Groß Buchholz (gegründet 1913) machte sich 1923 als Oststädter Sportverein selbständig. Dieser Name bestand nur 17 Jahre, da sich der Verein 1940 der Vereinigten Turnerschaft 1919 Bothfeld anschloss. 1952 machten sich die Fußballer dann unter dem Namen OSV Hannover wieder selbstständig. Hierzu gibt es folgende Anekdote: Auf einer Mitgliederversammlung stellten die Hand- und Fußballer den Antrag auf einen Spielball. Die Fußballer stimmten dem Antrag zu, während die Handballer ablehnten. Darüber waren die Fußballer so empört, dass sie noch auf dieser Versammlung den "OSV Hannover" gründeten (so nach der Überlieferung von Ludwig Neumann).

1945 – 1963: Nach dem Krieg zogen sich die Mannschaften in einem alten Omnibus um. Den Sportplatz musste man sich mit der britischen Besatzungsmacht teilen. Es gab immer wieder Verhandlungen über die Platznutzung. Ein Spiel konnte schon einmal drei Säcke Kartoffeln kosten. 1954 wurde dann ein eigenes Klubheim gebaut, finanziert nur aus Eigenkapital. Sportlich befand man sich im Niemandsland der Kreisklassen. Bekannt wurde der Oststädter SV durch seine Sportwerbewochen und seine Schüler- und Jugendturniere.

1962/63: 1962 übernahm der Unternehmer Wolfgang Zabel die Vereinsführung. Mit ihm und Trainer Gerd Bohnsack begann der steile Aufstieg des OSV Hannover.
 
1963/64: In der Saison 1963/64 steht erstmals eine Tabelle zur Verfügung, in der der OSV Hannover als Meister der 1. Kreisklasse dokumentiert wird.

1966: Bis 1966 wurde jedes Jahr der Aufstieg geschafft und man spielte in der Saison 1966/67 schon in der Verbandsliga.

1968: Es beginnt die  große Zeit des OSV Hannover. Die Saison 67/68 wird als Meister der Verbandsliga, Staffel–Süd, beendet, der Aufstieg in die Landesliga–Niedersachsen geschafft. Die Jugendmannschaften spielen auf höchstem Niveau, die A-Junioren in der Verbandsjugendliga und die B- und C-Junioren in der Bezirksliga. Die Verantwortlichen dafür waren Jugendleiter Klaus Setzkorn und A-Jugendtrainer Erich Riemer.

1970/71: In den 70er Jahren macht der OSV Schlagzeilen. 1971 gelingt der Aufstieg in die Regionalliga-Nord, die nach einer Spielklassenreform in Amateur-Oberliga und später in Oberliga-Nord umbenannt wird.

1971/72: Im ersten Regionalligajahr belegt der Aufsteiger OSV mit 30:38 Punkten einen guten Platz im Mittelfeld. Meister wird der FC St. Pauli vor dem VFL Osnabrück und dem VFL Wolfsburg.

1972/73: Das Oststadtstadion und die Bezirkssportanlage wird erbaut und zu einer guten Adresse  für sehenswerten Fußball. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte der OSV den DFB-Pokal. Allerdings schied man schon in der ersten Runde aus. Gegen Hertha BSC gab es nach Toren von u. a. 3 x Erich Beer, Lorenz Horr und Erwin Hermandung eine 0:6 und 0:3 Niederlage.

1973/74: Trainer Karl Heinz (Kaschi) Mühlhausen wird verpflichtet. Mit ihm soll das Projekt Profifußball angegangen werden. In der Regionalliga Nord landet man am Ende auf dem 11. Tabellenplatz. Die Höhepunkte der Saison waren die Spiele gegen den späteren Meister Eintracht Braunschweig.

1974/75: In der Regionalliga Nord erreichte man mit 35 : 33 Punkten einen guten 9. Platz. Auch im zweiten Anlauf im DFB-Pokal kam der OSV nicht über die erste Runde. Im Heimspiel gegen Rot Weiß Essen  gab es vor 4.000 Zuschauern eine 2:5 Klatsche (Tore u.a. Willy Lippens, 2 x Manfred Burgmüller).

1976: Die OSV A-Jugend gewinnt unter Trainer Erich Riemer den Niedersachsenpokal. Im Team die jungen Gebrüder Schatzschneider.

1977/78: Der OSV wird Meister der Oberliga-Nord, erreicht die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. In der Aufstiegsrunde wird man Dritter und verpasst den Aufstieg nur ganz knapp: Ergebnisse: OSV - VfL Wolfsburg  3:3 - Wolfsburg - OSV 2:3 Wacker 04 Berlin  9:7 7:5 Holstein Kiel 11:10 7:5 OSV Hannover 10:8 6:6 Olympia Bocholt   7:12 4:8 Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hatte das OSV Eigengewächs Dieter Schatzschneider, der nach dieser Saison zu Hannover 96 wechselte. Zur Mannschaft gehörten damals die Spieler: Bartels, Bruns, Diers, Dittel, Heinrichsen, Herbeck, Hintze, Kage, Knopf, Meisner, Meyer, Rischker, Rühmkorb, Schatzschneider, Schmidt, Staigies, Tetzlaff, Witter, Zimmermann. Im DFB-Pokal bekam es der OSV mit dem FSV Frankfurt zu tun. Trotz zweier Tore von Dieter Schatzschneider verlor man vor 800 Zuschauern mit 2:5. Dieter Schatzschneider ist der wohl bekannteste Sohn des OSV. Nach Fortuna Sachsenross und dem HSC wechselte er in die OSV Jugend und spielte danach in der Oberligamannschaft der 1. Herren. 1978 wechselte er zu Hannover 96. Die weiteren Stationen:1978 - 1983 Hannover 96,1983 - 1984 Hamburger SV,1984 - 1987 Schalke 04, 1987 - 1988 Fortuna Köln, 1988 - 1989 Hannover 96. Dieter Schatzschneider machte in 96 Bundesligaspielen 28 Tore und erzielte in 11 Spielen für die Olympia-Auswahl 8 Treffer. Er ist mit 153 Toren die Nummer eins in der ewigen Torschützenliste der zweiten Liga.

1978/79: Am 5. Juni 1979 verwandelt Heinz Bartels in der 73. Minute einen Foulelfmeter im Spiel gegen den VFB Oldenburg. Der OSV unter Trainer Kaschi Mühlhausen siegt 1:0 wird wieder Meister der Oberliga-Nord und steigt automatisch in die 2. Bundesliga auf. Ergebnisse: OSV Hannover - VfL Wolfsburg  1:1  - VfL Wolfsburg - OSV Hannover  1:3. Zur Mannschaft gehörten die Spieler: Bartels, Diers, Dittel, Heinrichsen, Herbeck, Kage, Knopf, Krumbein, Meisner, Meyer, Pösger, Ricke, Rühmkorb, Rischker, Steigies, Tetzlaff und Witter. Im DFB Pokal erreichte man nach einem Sieg gegen den TSV Helmstedt die zweite Runde und verlor das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen vor 3.000 Zuschauern mit 0:3 (Tore: u.a. Dieter Herzog). In dieser Saison gaben sich Deutschland Fußballgrößen beim OSV die Klinke in die Hand. Bei den Freundschaftsspielen gegen dem Hamburger SV und Schalke 04 waren u.a. die Nationalspieler Horst Hrubesch, Kevin Keegan, Rolf Rüssmann oder Rüdiger Abramczik, welcher geschont wurde, zu bewundern.

1979/80: Der OSV hatte es geschafft. Mit einem Saisonetat von 250.000,- DM zog man in die 2. Bundesliga Nord. Von nun an spielte man gegen so namhafte Klubs wie Arminia Bielefeld, Eintracht Braunschweig, Hertha BSC, Rot Weiß Essen und Hannover 96. Am 3. August 1979, dem zweiten Spieltag, besiegte man die Roten durch einen Treffer von Karl-August (Kalle) Herbeck im Niedersachsenstadion mit 1:0.  Am dritten Spieltag folgte der größte Triumpf der Vereinsgeschichte. Nach //Anton%2ELitau%40t-online%2Ede@secureimap.t-online.de:993/fetch%3EUID%3E.INBOX.Sent%3E643?part=1.2.3&filename=WLW-OSVHannoverChronik_F095-Bild_2.jpg">Bildpart1.04040300.02050403@t-online.de" align="left" border="0" height="84" width="133">einem 4:1 gegen Rot Weiß Lüdenscheid durch Tore von Bernd Krumbein, Karl-August Herbeck, Uli Meisner und Herbert Poesger vor 4.000 Zuschauern kletterte der OSV auf Tabellenplatz 6 und war für eine Woche die Nummer 1 in Hannover. Hannover 96 gastierte auf Rang 7 und Arminia Hannover auf Platz 12. Am 7. Mai 1980 gelang ein weiterer großer Erfolg. Im Oststadtstadion wurde der Tabellenführer und Meisterschaftfavorit Arminia Bielefeld besiegt. Die mit dem späteren Nationaltorwart Uli Stein, Frank Pagelsdorf und Trainer Otto Rehagel hochkarätig besetzten Arminen verloren 3:2. Torschützen des OSV: Ewald Schmid und 2 x Bernd Krumbein. Am Ende der Saison belegte man einen achtbaren 12. Tabellenplatz. Im DFB Pokal verlor der OSV schon in der 1. Runde gegen Holstein Kiel mit 3:2 vor 5.000 Zuschauern.

1980/1990: Der OSV sah sich vom DFB-Beschluss, im nächsten Jahr die beiden Zweitliga-Staffeln zusammenzulegen, ins Abseits gestellt. Die Qualifikation für die eingleisige zweite Liga war illusorisch. Die Saison begann dennoch gut. Am 3. Spieltag steht man nach einem 4:1 Sieg gegen SpVgg Erkenschwieck auf Rang 8 vor dem Bundesligaabsteiger Werder Bremen und vor Hertha BSC. Danach wurde der OSV nach unten durchgereicht. Gegen die großen Vereine gab es nichts zu gewinnen. Es folgten deftige Heimniederlagen.1:3 gegen Werder Bremen (Tore: B. Möhlmann, N. Meier, Th. Schaaf), 2:6 gegen Rot-Weiss Essen (Tore u.a.: W. Lippens, 2 x F. Mill) 0:3 gegen Eintracht Braunschweig (Tore u.a.: R. Worm) 0:2 gegen Hannover 96 (Tore: P. Anders, H. Mertes). Am Ende der Vorrunde fand man sich auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Die Rückrunde verlief noch katastrophaler und am Ende der Saison landete man abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz (19:65 Punkte, 41:108 Tore). Im DFB Pokal zog man gleich in der ersten Runde ein Traumlos. Man bekam  es  mit dem fünfmaligen Deutschen Meister und zweifachen UEFA-Pokalsieger Borussia Mönchengladbach zu tun. Am Bökelberg war der OSV chancenlos. Das Team um Trainer Jupp Heynckes, Ewald Lienen, Lothar Matthäus, Uwe Rahn und Winfried Schäfer fertigt den OSV vor 3.800 Zuschauern mit 7:3 ab (Tore: u.a.: W. Hannes, U. Rahn, W. Schäfer, H. Nickel). Die 80er: Es beginnen die schweren Jahre des OSV Hannover. 1981 Abstieg aus der zweiten Liga, 1982 Abstieg aus der Oberliga, 1983 Abstieg aus der Niedersachsenliga. Der OSV macht negative, aber auch positive Schlagzeilen. Mit 900.000,- DM ist der Bothfelder Klub verschuldet. Es folgt der Antrag auf Konkurs. Die Lösung scheint einfach: Neugründung. OSC Hannover (Oststädter Sport-Club) wird gegründet. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) in Barsinghausen gestattet dem neuen Verein OSC Hannover, in den bisherigen Ligen weiter zu kicken. Doch da gibt es einige Neider, die legen Protest ein und haben damit Erfolg. Der OSC soll in die 4. Kreisklasse zurückgestuft werden und neu anfangen. Doch da kam die Rettung in letzter Minute, die Gläubiger verzichteten und für rund 5.700,- DM wird der Konkurs abgewendet – der OSC Hannover ist tot, der OSV lebt wieder. Ergebnisse Oberliga - Nord:  OSV Hannover - VfL Wolfsburg    0:1  81/82 -VfL Wolfsburg - OSV Hannover 2:3. Sportlich verbrachte der OSV die meiste Zeit in der Landesliga West. Stieg zwar 1985 in die Bezirksoberliga Hannover ab konnte aber zwei Jahre später den Aufstieg wieder schaffen. 1981 hatte man das vorerst letzte Spiel im DFB-Pokal. Wieder hieß der Gegner Rot-Weiß Essen und wieder schied man in der 1. Runde mit 0:2 aus. Positive Schlagzeilen machte die A-Jugend. Sie gewann 1982 den Niedersachsenpokal.

Die 90er: Der OSV am Boden. In den 90er Jahren ging es steil nach unten. 1993 Abstieg aus der Landesliga. 1994 Abstieg aus der Bezirksoberliga, 1995 Abstieg aus der Bezirksliga. In der Saison 1996/97 konnte man den freien Fall stoppen und wurde Meister der Bezirksklasse Hannover. Dieses Hoch hielt nur zwei Jahre. 1999 wurde der OSV Vorletzter und fand sich in der Bezirksklasse wieder.

2002-2006: 2002 der Tiefpunkt. Der Abstieg in die Kreisliga Hannover. Ab hier beginnt der Wiederaufbau des OSV Hannover. Im Herrenbereich übernimmt Wolfgang Kirchner die Aufgaben des Managers und holt kurze Zeit später Kreisliga-Torjäger Philip Menges (Rekord: 60 Saisontore) vom SV Arminia Hannover als Spielertrainer. Es folgte der Aufstieg in die neue Bezirksliga Hannover im Jahre 2006/07, die mit dem zehnten Tabellenplatz beendet wird. Auch in den Jugendbereich, der nur aus 4 Mannschaften  besteht, kommt Bewegung. Klaus Setzkorn wird wieder Jugendleiter. Mit Frank Dölle (1.Vorsitzender), Burkhard Wulf, Ole Kuhlwein und Kirsten von Borstel wird der Förderverein „Kick“ gegründet, der Grundlage für den Erfolg der nächsten Jahre ist. Mit 18 Jugendmannschaften von den A-Junioren bis zu den G-Junioren zieht man in die Saison 2007 / 2008. Die gute Jugendarbeit des OSV wurde 2005 vom DFB mit dem Sepp- Herberger-Preis ausgezeichnet.

2007: Der Höhepunkt im Jahr 2007 ist das Freundschaftsspiel gegen die Profis von Hannover 96. Begeisterung wie zu Zweitligazeiten. Am 11. September gab es vor 1.802 Zuschauern eine respektable 0:6 Niederlage.

2008/09: Der OSV beschreitet neue Wege. Gleich nach den großen Ferien begann beim OSV Hannover ein neues Zeitalter im Fußballsport. Mit Beginn der Saison 2008/09 wurde die Fußballschule für Vierjährige eingeführt. Vater der Idee ist der damalige Jugendchef Klaus Setzkorn. Circa 30 OSV-Minis werden einmal die Woche in die Geheimnisse des Fußballsports eingeführt und ausgebildet. Im September 2009 kam der Tabellenführer der 2. Liga nach Bothfeld. Die Kiezkicker vom FC St. Pauli gaben ihr Gastspiel im Oststadtstadion, welches der OSV nur mit 0:3 verlor.

2010:  Die Vorstandswahlen bringen eine große Überraschung beim OSV. Erstmalig in der Vereinsgeschichte steht eine Frau an der Spitze des Vereins. Bianka Heublein wird ohne Gegenstimmen zur 1. Vorsitzenden gewählt. Jugendleiter Klaus Setzkorn tritt altersbedingt zurück und übergibt sein Amt an den erst zwanzigjährigen Andreas Ott. Der bisherige Manager der 1. Herren, Wolfgang Kirchner, wird nach neuer Satzung vom Vorstand zum Sportchef bestellt. Gerade mal 3 Tage im Amt muss die 1. Vorsitzende mit ansehen, wie die Tribüne Opfer von Flammen wird. Die erste große Herausforderung wird mit Bravour gelöst. Die Tribüne wird saniert und der ehemalige Pressebereich wird in eine, im hannoverschen Fußball sicherlich einmalige, Lounge umgestaltet. Zur Einweihung kam der deutsche Meister von 2009 - VfL Wolfsburg mit dem Weltklassestürmer Dzeko ins Oststadtstadion und schoss den OSV erwartungsgemäß mit 10:1 ab.

2011: Der OSV kehrt nach 17 Jahren zurück in die Landesliga. Unter Trainer Jörg Goslar holt die Mannschaft nach der Winterpause 11 Punkte auf und wird mit 5 Punkten Vorsprung auf den HSC – Meister der Bezirksliga

Quelle:  Kick-Förderverein - die Fußballjugend des OSV Hannover e.V.  - OSV Hannover von 1923 e.V. - Vorstand